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12 deutsche Milliardäre

Eigentlich sollten hier alle Milliardäre in Deutschland vorgestellt werden, aber da es 103 Milliardäre in Deutschland gibt, würde diese Auflistung völlig aus dem Rahmen fallen. Ganz offensichtlich gibt es viel mehr reiche Deutsche, als viele denken.

Unten sehen Sie die Auflistung der reichsten Menschen in unserem Land. Sicher ist der Werdegang der genannten Milliardäre in Deutschland interessanter als deren Platzierung. Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass fast jeder die genannten Milliardäre in Deutschland in dem Sinn kennt, dass der Name der Person oder der zugehörigen Firma geläufig ist.

Die Top-Ten auf der Liste der Milliardäre in Deutschland (Quelle Forbes März 2010 – die Umrechnung basiert auf dem Dollarkurs vom 03.01.2011.)

Name Geschätztes Vermögen in Milliarden US-Dollar
Karl Albrecht (Aldi-Süd) 23,5 (17,6 Milliarden €)
Michael Otto (Otto Gruppe) 18,7 (14,0 Milliarden €)
Theo Albrecht (Aldi-Nord) 16,7 (12,5 Milliarden €)
Susanne Klatten (BMW, Altana) 11,1 ( 8,3 Milliarden €)
August von Finck (Merck, Allianz) 7,3 ( 5,5 Milliarden €)
Klaus-Michael Kühne 6,8 ( 5,1 Milliarden €)
Curt Engelhorn (Boehringer Mannheim) 6,3 ( 4,7 Milliarden €)
Stefan Quandt (BMW) 5,7 ( 4,3 Milliarden €)
Reinhold Würth (Würth-Gruppe) 5,7 ( 4,3 Milliarden €)
Karl-Heinz Kipp (Massa-Märkte) 5,0 ( 3,7 Milliarden €)
Hasso Plattner (SAP) 5,0 ( 3,7 Milliarden €)
Johanna Quandt (BMW) 5,0 ( 3,7 Milliarden €)

Die Brüder Albrecht, Gründer und Besitzer der Aldi-Kette stammen aus kleinen Verhältnissen, haben sich durch Fleiß und Durchsetzungsvermögen ausgezeichnet und führen seit Jahren unangefochten die Spitze der Liste Milliardäre in Deutschland an.

Eine Traumkarriere, vom kleinen Krämerladen der Mutter im Essener Arbeiterviertel Schonnebeck zum weltumspannenden Konzern der Lebensmittelkette Aldi. Als Deutschland in Trümmern lag, kleine sogenannte Tante Emma Läden starben, wurde innerhalb weniger Jahre eine Kette mit 13 Geschäften (1950) aufgebaut, die 1961 bereits 300 Filialen umfasste.

Karl, geboren 1920 absolvierte seine Lehre im Geschäft der Mutter, während Theo, Jahrgang 1922 in einem Feinkostgeschäft lernte. Von 1946 bis 1960 leiteten die Brüder den rasch wachsenden Konzern gemeinsam, um diesen 1961 in Aldi-Nord, geleitet von Theo und Aldi-Süd, dessen Leitung Karl übernahm, aufzuspalten. Beide Brüder lebten zurückgezogen und eher bescheiden.

Als Theo Albrecht 1971 entführt wurde, ließen sich die Entführer den Personalausweis zeigen, da sie sich unsicher waren den richtigen Mann zu entführen, den sie übrigens nach dem Buch „Die Reichen und Superreichen in Deutschland” ausgewählt hatten. So arm können Milliardäre in Deutschland wirken. Die Konzerne werden heute von familienfremden Managern geleitet und ein großer Teil des Vermögens ist in Stiftungen geflossen.

Michael Otto (1943) konnte sich dank seines Vaters zunächst eine solide Ausbildung aneignen. So studierte er nach einer Banklehre Volkswirtschaft und promovierte. Erst 1971 wurde er Mitglied im Vorstand der Otto AG, die er zum international erfolgreichsten Versandhaus ausbaute und den zweitgrößten Internethandel (nach Amazon) etablierte. Versandhandel kann lukrativ sein, wenn man die Zeichen der Zeit frühzeitig erkennt und umsetzt. Bei Otto gab es zum Beispiel die erste telefonische Bestellannahme in Deutschland. So gehört Michael Otto in den Klub der Milliardäre in Deutschland.

Susanne Klatten (1962) belegt Platz 4 der Liste Milliardäre in Deutschland und ist die reichste Frau Deutschlands. Ihren Reichtum verdankt Sie dem Erbe von Herbert Quandt, so wurde sie 1982 Anteilseignerin von BMW. Dort machte sie unter dem Pseudonym Susanne Kant ein Praktikum im Werk Regensburg, wo sie auch Ihren Mann kennenlernte. Eine geschäftstüchtige Frau, die Einfluss nimmt und sogar einem Erpresser die Stirn bot.

August von Finck (1930) wollte eigentlich den Familiensitz verwalten. Auf Wunsch des Vaters trat er zur Ausbildung in das Bankhaus Merck Finck & Co ein, das sich im Familienbesitz befand. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1980 wurde er Vorstand der damals drittgrößten deutschen Privatbank und erwarb Beteiligungen an Löwenbräu, Möwenpick und anderen Unternehmen.

Klaus-Michael Kühne (1937) ist Enkel des Speditionsgründers August Kühne und baut das Familienunternehmen zielstrebig zum internationalen Logistikdienstleister aus. Zusätzlich hält er über ein Konsortium Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd. Obwohl er heute in der Schweiz lebt, blieb er seiner Heimatstadt Hamburg treu verbunden und gründete dort die heutige Kühne Logistics University.

Curt Engelhorn (1926) ist Urenkel des BASF-Gründers und wohl eher als Weltbürger denn als Deutscher zu begreifen. Als Sohn einer amerikanischen Mutter studierte er in Austin Chemieingenieurwesen, trat dann in das mittelständische Unternehmen C.F. Boehringer & Söhne GmbH ein. Diese machte er zu einem Weltkonzern. Seit 1985 ist sein Wohnsitz auf den Bermudas. So erreichte er, dass der Verkauf seiner Anteile zu keinerlei Steuerlast in Deutschland führte. Einer der wenigen Milliardäre in Deutschland, die man im negativsten Sinn als Kapitalisten bezeichnen kann.

Stefan Quandt (1966) ist Bruder von Susanne Klatten und spielte wie auch die anderen Erben eine unauffällige, aber doch entscheidende Rolle in der Firmenpolitik von BMW.

Reinhold Würth (1935) ist dagegen ein Selfmade-Milliardär. Er machte aus dem regionalen Schraubenladen seines Vaters, den er nach dem frühen Tod des Vaters schon mit Eintritt in die Volljährigkeit leitete, einen internationalen Marktführer für Befestigungs- und Montagetechnik mit 60.000 Beschäftigten. Würth gilt als vorbestraft, weil er im Zuge um die Bewertung von Verrechnungen über die deutsche Mutterfirma lieber Steuern nachzahlte und eine Strafe akzeptierte, als einen langfristigen Rechtsstreit zu führen, der dem Ruf seines Lebenswerkes geschadet hätte.

Einen ähnlichen Erfolg kann Karl-Heinz Kipp (1924) aufweisen, 1948 kaufte er, dass was man heute einen Firmenmantel nennen würde, den Eintrag des Trachtenhandels Alfred Massa um diesen zum Grundstock für sein späteres Vermögen zu machen. Zunächst verkaufte er Unterwäsche, Kittelschürzen und Trachten an die Landbevölkerung der Umgebung von Alzey. Bereits 1965 eröffnete er den ersten Massamarkt und 1986 gingen die Massa-Märkte an die Börse. Nach dem Verkauf der letzten Anteile siedelte er in die Schweiz über.

Hasso Plattner (1944) ist einer der Milliardäre in Deutschland, die durch Softareentwicklung zu ihrem Reichtum gelangten. Die von ihm mitgegründete Firma SAP ist Privatleuten wenig bekannt, obwohl sie der größte europäische und weltweit viertgrößte Softwarehersteller ist, denn sie entwickelt spezielle Softwareprogramme für Firmen.

Johanna Quandt (1926) ist Mutter von Susanne Klatten und Stefan Quandt. Nach dem Tod Ihres Mannes führte Sie seine Geschäfte konsequent weiter, um das Erbe 1990 unter den Kindern aufzuteilen.

Die Milliardäre in Deutschland weisen kaum Gemeinsamkeiten auf: es gibt ererbte Vermögen, Vermögen, die nahezu aus dem nichts entstanden sind, Bankiers und Softwareentwickler unter ihnen. Viele Wege führen auch hier ans Ziel.

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