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Jean Paul Getty über Reichtum

Wenn man wissen will wie man Brot macht, geht man zu einem Bäcker. Will man wissen wie man zu Reichtum gelangt, fragt man eine Person, die reich ist. Einer dieser Personen ist Jean Paul Getty, der zu Lebzeiten der reichste Mann der Welt war. Wenn er nicht weiß man reich wird, wer dann?

Ich habe mich in den letzten Wochen viel über Getty gelesen und seine „Erfolgsgeheimnisse“ erforscht. In dieser Artikelserie erhalten Sie eine Zusammenfassung dieser Recherchen.

„Hohe Besteuerung“, „exzessive Lohnkosten“, „unfairer Wettbewerb aus dem Ausland“ und „schlechte Wirtschaftslage“ sind die häufigsten Äußerungen, wenn man über unser Wirtschaftssystem redet. Das sind jedoch nur Ausreden von phantasielosen, inkompetenten, engstirnigen und faulen Menschen. Ein Unternehmer kann sich nicht über hohe Lohnkosten beklagen, wenn erst durch diese eine wohlhabende „arbeitende Klasse“ entsteht, die den Massenkonsum ermöglicht und ohne einen Massenmarkt kann der Unternehmer nicht überleben.Es gibt immer Möglichkeiten , an denen ein Geschäftsmann hervorragend verdienen kann, wenn er sie erkennt und nutzt – und wenn er die Pessimisten und Untergangspropheten ignoriert.

Ganz gleich in welcher Branche man arbeitet, es können immer die Kosten gesenkt werden, während man die Produktion erhöht, wenn man genug von seinem Geschäft versteht. Es gibt immer Mittel und Wege das zu erreichen ohne die Qualität der Produkte zu verringern. Kosten zu verringern, wo immer das möglich ist, ist eine Grundregel in jeder Branche, die in Zeiten des Aufschwungs leider von vielen Managern vergessen wird.

Der Mann, der einen Weg findet irgendetwas schneller, besser oder billiger zu produzieren, dem gehört die Zukunft. Wenn man das Leben großer Männer und Frauen studiert, erkennt man, dass diejenigen an der Spitze ihre Arbeit mit unermüdlicher Anstrengung und voller Enthusiasmus erfüllten.

Regeln um Millionär zu werden

1.

Der einzige Weg um in der Geschäftswelt zu einem Vermögen zu kommen, ist ein eigenes Unternehmen zu führen. Wer das tun möchte, sollte ein Geschäftsfeld wählen, dass er kennt und versteht. Natürlich kann er nicht alles von Anfang an wissen, aber er sollte nicht ohne ein fundiertes Grundwissen seiner Branche beginnen.

2.

Das Ziel eines Unternehmers ist es mehr und besser zu produzieren und immer mehr Menschen mit einer besseren Dienstleistung zu versorgen. Ein Unternehmer sollte dieses zentrale Prinzipp niemals aus den Augen verlieren.

3.

Sparsamkeit ist entscheidend für den Erfolg. Der Unternehmer muss in seinen privaten Angelegenheiten sowie in seinem Geschäft wirtschaftlich handeln. Erst muss man das Geld verdienen – darüber wie man es ausgibt, kann man auch später noch nachdenken.

4.

Gelegenheiten für die Expansion sollten niemals übersehen werden, aber man darf auch nicht der Versuchung erliegen, blind zu expandieren. Nicht durchdachtes und erzwungenes Wachstum kann für Unternehmen jeder Art und Größe fatale Folgen haben.

5.

Ein Unternehmer muss sein Geschäft leiten und er kann nicht von seinen Angestellten erwarten, so wie er zu denken. Wenn sie das könnten, wären sie nicht seine Angestellten. Er muss alles im Auge behalten und kontrollieren, ob seine Anordnungen korrekt ausgeführt werden.

6.

Ausserdem muss der Geschäftsmann ständig nach Wegen suchen, um seine Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern. Er sollte erfolgreiche Phasen dazu nutzen um die Kosten zu senken. Es ist nur menschlich in guten Zeiten solchen Dingen wenig Beachtung zu schenken, aber man sollte die Zeit nutzen, um für den nächsten Abschwung vorbereitet zu sein. Oft werden Kosten erst gesenkt, wenn es schon zu spät ist, wenn das Unternehmen Verluste schreibt – und auch dann meist an den falschen Stellen.

7.

Ein Unternehmer muss in der Lage sein Risiken einzugehen. Er muss Risiken abschätzen können und auch mit Fremdkapital umgehen können. Geliehenes Geld sollte immer schnell zurückgezahlt werden, denn nichts kann ein junges Unternehmen schneller ruinieren als eine schlechte Bonität.

8.

Der erfolgreiche Geschäftsmann muss ständig auf der Suche anch neuen Chancen und unerschlossenen Märkten sein. Oft ergeben sich im Ausland neue interessante Gelegenheiten für einen jungen Unternehmer.

9.

Um Vertrauen in ein Unternehmen aufzubauen und die Verkaufszahlen zu steigern, ist es entscheidend hinter den Produkten und Dienstleistungen zu stehen, die man erzeugt. Man sollte immer Garantien geben und sie auch erfüllen. Im Zweifel sollte die Entscheidung zu Gunsten des Kunden ausfallen.

Ausser Glück, harter Arbeit und Wissen braucht ein Mann die richtige geistige Haltung. Er sollte immer kostenbewusst und profitorientiert sein. Kosten senken, Gewinne steigern. Er muss in der Lage auf die kleinen Dinge zu achten und keine Gelegenheit auszulassen um die Ausgaben des Unternehmens zu verringern. Oft wird die Geschichte von Henry Ford erzählt, in der er durch seine Fabrik lief bis im eine Maschine auffiel, die Autoteile stanzte. Er fragte wieviel Öl sie pro Vorgang verbrauche und ein Arbeiter erklärte, dass es 40 Tropfen Öl sind. Ford wies ihn an es mit 38 Tropfen zu versuchen, aber die Maschine produzierte fehlerhafte Teile. Als er es jedoch mit 39 Tropfen Öl versuchte, ging alles gut. Durch diese Einsparung von einem Tropfen Öl pro Arbeitsschritt war Ford in der Lage mehrere Tausend Dollar jährlich einzusparen.

Management kann man als die Kunst bezeichnen, menschliche Handlungen zu koordinieren um Firmenziele und –grundsätze durchzuführen. Anstatt auf eine Skalventreibermentalität seinen Mitarbeitern gegenüber, sollte man auf Loyalität und Vertrauen setzen. Ein Manager muss in der Lage sein originelle Ideen und Pläne durchzusetzen, Probleme zu lösen und selbstständig zu denken und zu handeln. Kann er das nicht, ist er kein Manager, sondern ein Angestellter. Bei den Amerikanern heißt diese Position „executive“ und kommt vom Wort „to execute“, was ausführen oder tätigen heißt. Das trifft die Sache ziemlich gut.

Regeln des Leadership

1.

Beispiel ist das beste Mittel, um andere anzuleiten und zu inspirieren. Derjenige, der seinen Arbeitern etwas zeigt anstatt nur zu reden, bekommt am meisten von ihnen zurück.

2.

Eine gute Führungspersönlichkeit übernimmt die volle Verantwortung für sich und seine Angestellten. Wenn sie vor die Vorgesetzten gerufen wird, nimmt sie die Schuld auf sich und sagt, dass sie einen Fehler gemacht hat.

3.

Ein Leader fordert niemals etwas von jemandem, das er selbst nicht tun kann oder will.

4.

Der Verantwortliche muss fair aber standhaft seinen Angestellten gegenüber sein. Er sollte sich ihre Bedenken und Probleme ernsthaft anhören und sie mit Geduld, Verständnis und Respekt behandeln. Andererseits darf er sie nicht verwöhnen und nachlässig werden.

5.

Ein sehr wichtiger Punkt ist, in der Öffentlichkeit zu loben und im Privaten zu kritisieren. Wenn jemand gute Arbeit geleistet hat, sollte ihm das der Vorgesetzte vor allen anderen sagen, denn das steigert die Moral bei allen Anwesenden. Falls es ein Problem gibt, ist es am besten die Angelegenheit unter vier Augen zu besprechen, um nicht den Mitarbeiter zu demütigen und die Arbeitsmoral der anderen zu senken.

Eine weitere wichtige Fähigkeit für Führungspersönlichkeiten ist das Kommunizieren. Im Geschäftsleben ist Zeit Geld und Missverständnisse oder falsche Anleitungen können sehr kostspielig werden. Ein Vorgesetzter sollte seinen Mitarbeitern klar und deutlich erklären können, was getan werden muss. Er muss ausserdem Interesse an seiner Arbeit haben und mit Begeisterung zu Werke gehen. Sein Horizont muss weiter gehen als bloß bis zur nächsten Abteilung, er muss sich als Teil einer größeren Organismus verstehen – dem Unternehmen.

Nirgendwo sind Gewohnheiten so wichtig und nirgendwo zeigt die Macht der Gewohnheit Ihre Wirkung so sehr wie in der Geschäftswelt. Die Gewohnheiten eines Geschäftsmannes gehören zu den wichtigsten Einflüssen, die bestimmen, ob er ein Gewinner oder Verlierer wird.

Beispielsweise ist es sehr hilfreich für einen Unternehmer, wenn er optimistisch und enthusiastisch ist, denn das erleichtert ihm die Arbeit und er kann Partner und Mitarbeiter begeistern und inspirieren. Ein weitere Eigenschaft, die von Vorteil ist, ist pünktlich zu sein, ganz gleich, ob es um die Einhaltung von Abmachungen, Schuldenrückzahlungen, Verpflichtungen oder Versprechen geht. Andere warten zu lassen zeugt von Respektlosigkeit und macht Sie unbeliebt. Auch den Kunden und Mitarbeitern gegenüber ist Pünktlichkeit entscheidend. Niemand wartet gern länger auf eine Bestellung als nötig oder steht stundenlang in der Warteschlange.

Sparsamkeit ist eine weitere Gewohnheit, die erlernt werden kann und oft die erfolgsbringende Zutat eines Geschäfts ist. Es sollte eigentliche selbstverständlich sein immer sparsam mit den Ressourcen umzugehen, die zur Verfügung stehen, aber das ist leider nicht der Fall.

Ein erfolgreicher Geschäftsmann ist immer entspannt und ruhig – selbst, wenn er vom Unglück heimgesucht wird. Er ist natürlich nicht passiv oder verfällt in Lethargie, aber er behält einen klaren Kopf und hält immer Ausschau nach günstigen Gelegenheiten und Lösungen für Probleme.

Ein junger Unternehmer ist wie jemand, der in einen See gefallen ist. Er darf nicht in Panik geraten und muss irgendwie zusehen, dass er über Wasser bleibt bis ihn jemand herausfischt oder bis er das Ufer erreicht. Hektik und Aufregung bringen niemanden weiter.

Eine Möglichkeit um seine Gewohnheiten zu überprüfen, ist sie auf ein Blatt Papier zu notieren. Wenn man ehrlich zu sich ist, wird man einige finden, die schlecht sind. Anschließend arbeitet man jeweils an einer bis sie verschwindet oder positiv wird. Alle drei Monate sollte man die Fortschritte überprüfen und bewerten, ob man am Ziel angekommen ist oder wieviel noch fehlt.

Um im Geschäftsleben Erfolg zu haben, muss ein Unternehmer alle verfügbaren Informationen zu dem betreffenden Thema studieren und analysieren. Es ist nichts Falsches dabei andere nach ihrer Meinung zu fragen und sie zu berücksichtigen, aber es ist ein Fehler die Ansichten anderer Leute zu akzeptieren ohne vorher die entsprechenden Fakten zuüberprüfen. Jemand, der recherchiert hat und zu einer eigenen Meinung gelangt ist, ist nicht leicht aus der Fassung zu bringen, falls etwas schiefgeht.

Ein Unternehmer muss gewillt sein Risiken einzugehen. Sie müssen berechnet und geplant sein, aber dennoch bleiben sie Risiken. Der Geschäftsmann versucht alle relevanten Informationen zu beachten und die Risiken abzuwägen, aber er ist sich bewusst, dass immer Unvorhergesehenes passieren kann. Er muss alles in seiner Macht stehende tun um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu seinen Gunsten zu verändern. Jemand, der in der Lage ist Risiken zu berechnen und einzugehen, hat schon 90% der Schlacht im voraus gewonnen. Der Rest liegt nicht in seinem Einflussbereich, darauf kann er nur reagieren, doch ohne diese letzten 10% wäre das Geschäftsleben langweilig und nur Alltagsroutine.

Heute scheint es ein Trend zu sein die Bürokratie zu fördern und möglichste viele Posten, Komitees und Regeln zu erfinden. Je weniger Umwege die Anordnungen aus der Zentrale gehen müssen und je schneller die Kommunikation in einem Unternehmen funktioniert, umso erfolgreicher ist es. Manche Unternehmer und Vorstände verlassen sich auf Studien und Umfragen anstatt einige Mitarbeiter oder Kunden nach ihrer Meinung zu fragen. Ein Geschäftsmann sollte ab und zu den Anzug gegen Arbeitskleidung eintauschen und sich die Hände schmutzig machen. Er muss nicht alles wissen und können, was im Unternehmen vor sich geht, aber er sollte alles verstehen, einen Überblick haben und zur Not einschreiten oder helfen können.

Ein Fehler, den viele junge Unternehmer machen, ist Authorität auf andere zu übertragen anstatt sie zu delegieren. Wenn man ein Geschäft hat, sollte man sicherstellen, dass man derjenige ist, der es führt. Wenn man die Kopfschmerzen und Probleme eines Chefs nicht akzeptieren möchte, sollte man sein Unternehmen schließen oder an eine Person verkaufen, die bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Ein Unternehmer muss Kontrolle und Zuständigkeit delegieren, aber die endgültige Verantwortung liegt immer bei ihm.

Manche Menschen glauben, dass zuviel Arbeit schlecht und ungesund ist und dass man früh stirbt, wenn man viel arbeitet. 29-jährige müssen sich heute beim Golf von ihrer anstrengenden Arbeitswoch erholen und Energie “tanken”. Arbeit hat noch niemandem geschadet. Die großen Unternehmer unserer Zeit, wie Rockefeller, Carnegie, Krupp und Walton, haben 16-18 Stunden gearbeitet und das oft sieben Tage die Woche. Trotzdem sind sie sehr alt geworden und haben ein gesundes Leben geführt. Wenn man seine Arbeit liebt, ist es mehr Belohnung und Vergnügen als Verpflichtung zu arbeiten.

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